Finisterre, das „Ende der Erde", ist ein aus Granitgestein bestehendes Kap an der Westküste von Galicien. Die Südspitze dieser kleinen Halbinsel liegt etwa 100 km westlich der Pilgerstadt Santiago und ragt 247m hoch auf. Auf dem Kap befindet sich ein Leuchtturm für die Schifffahrt.

Das mystische Felsenkap war lange vor der Entdeckung des Jakobsgrabes ein Ziel. Es wurde von den Kelten vor 2500 Jahren als das Ende der Welt angesehen, zumal der Weg dorthin in Richtung der Milchstraße verläuft und zahlreiche Kraftquellen aufweist.

Vielen Pilgern und Wanderern gilt der sagenumwobene Ort hoch über dem Meer als das eigentliche Ende des Jakobswegs. Hier am „Ende der Welt" folgen sie einem alten Brauch, wenn sie

... am Strand „Playa da Langosteira" baden, um den Körper
zu reinigen und sich den Staub der langen Pilgerfahrt abzuwaschen,

... ihre zerschlissene Kleidung verbrennen, um symbolisch
ein neues Leben zu beginnen und

... auf den Sonnenaufgang und Untergang warten, weil dies
für sie Tod und Auferstehung symbolisiert.